Eine Zecke krabbelt auf einem Grashalm.

Zecken: gefährlich für Haustier und Halter

Die Zecke ist ein blutsaugender Parasit und – laut Experten der Universität Hohenheim – das gefährlichste Tier Deutschlands. Mehr noch als der Mensch gehören Wild- oder Haustiere wie HundKatze und Pferd zu ihren Opfern. Zecken lauern in Büschen, auf hohen Gräsern an Waldrändern, in Gärten und Parkanlagen. Ihr Stich kann verschiedene Krankheiten auf Halter oder Haustier übertragen.

Zecken kommen auf der ganzen Welt vor. Sie gehören zur Gattung der Spinnentiere. Denn wie die Spinnen haben sie acht Beine. Sie leben ausschließlich parasitär: Sie brauchen also das Blut von anderen Tieren – in selteneren Fällen Menschen – um überleben zu können. Die hierzulande am weitesten verbreitete Zeckenart, der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), ist vorzugsweise zwischen März und November aktiv. Höhepunkte der Zeckenaktivität liegen im Frühjahr und Herbst. Fällt der Winter mild aus, geht manche Zecke auch in Dezember oder Februar auf Wirtssuche.

Die Zecke – ein Lauerjäger

Abhängig ist das Suchverhalten der Zecke von der Luftfeuchtigkeit und der Umgebungstemperatur. Ab etwa sechs Grad Celsius erwachen die Blutsauger aus ihrem Ruhezustand, erklettern Gräser und Büsche bis zu einer maximalen Höhe von 1,5 Metern, strecken ihre Vorderbeine in die Luft und lauern darauf, dass ein warmblütiges Säugetier vorbeistreift. Nähert sich ein geeignetes Wirtstier, krallt sich die Zecke blitzschnell an Fell oder Haut fest.

Mit dem so genannten Hallerschen Organ, das sich an den Vorderbeinen befindet, können Zecken verschiedene Stoffe aus dem Atem oder Schweiß ihrer Wirtstiere wahrnehmen, ehe ihr Opfer herannaht, und sich so auf das Anhaften an den Wirt vorbereiten.

Infografik: das Riechorgan der Zecke

Unerwünschtes Mitbringsel aus Wald und Garten

Zecken entwickeln sich vom Ei über das Larven- und Nymphenstadium zur erwachsenen Zecke. Für jedes Stadium benötigt die Zecke eine Blutmahlzeit. Geeignete Wirtstiere sind für Zeckenlarven meist Mäuse, Vögel oder Igel. Menschen und ihre tierischen Begleiter werden in der Regel von Nymphen und erwachsenen Zecken gestochen. Dadurch, dass HundeKatzen und Pferde über Wiesen streunen oder sich querfeldein durch Büsche und Unterholz bewegen, werden sie deutlich häufiger Opfer von Zeckenattacken. Gut versteckt im Fell bleiben die Parasiten vielfach unbemerkt und saugen stundenlang Blut.

Dass die Zecke sich von Bäumen fallen lässt, ist übrigens ein verbreiteter Irrglaube. Sie läuft auch nicht aktiv auf ihren Wirt zu, denn die wenigsten Zeckenarten krabbeln zu Fuß weite Strecken. Warten ist energiesparender. Und das kann die Zecke ausgesprochen lange – bis zu drei Jahre. Einmal einen Treffer gelandet, kann sie dann bis zu zwei Wochen an ihrem Wirt haften, um Blut zu saugen. Den Zeckenstich, häufig auch Zeckenbiss genannt, spüren Mensch und Tier nicht. Denn die Zecke injiziert beim Stich mit ihrem Speichel eine Art Betäubungsmittel.

Der Stich ist an und für sich harmlos. Es sei denn, die Zecke ist mit Krankheitserregern infiziert. Dann kann er schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Infografik zu den Entwicklungsstadien der Zecke

Der richtige Zeckenschutz für Hund und Katze

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Neue Zeckenarten auf dem Vormarsch

In Deutschland kommen vorwiegend drei Zeckenarten als mögliche Krankheitsüberträger bei Haustieren vor. Infolge des Klimawandels ist das Zeckenvorkommen einem ebenso steten Wandel unterzogen. Dabei breiten sich Zeckenarten, die ursprünglich am Mittelmeer beheimatet waren, weiter aus.

Der Gemeine Holzbock

Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist die in Deutschland häufigste Zeckenart. Die erwachsenen Männchen sind 2,2 bis 2,6 Millimeter groß, die Weibchen dagegen 3 bis 4 Millimeter. Berühmt-berüchtigt ist der Holzbock, weil er nahezu alle Haus- und Wildtiere und den Menschen befällt und dabei vielfach Krankheitserreger überträgt – allen voran Borreliose-Bakterien, die Erreger der Lyme-Borreliose. Diese kann besonders beim Hund und beim Pferd zu einem schweren Krankheitsverlauf führen. Ebenso bekannt, doch weniger weit verbreitet ist das FSME-Virus, der Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis. Menschen erkranken häufiger schwer als Tiere.

Foto eines Gemeinen Holzbocks

Die Auwaldzecke

Deutlich seltener als der Gemeine Holzbock, jedoch nicht weniger gefährlich ist die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus). Diese Zeckenart kommt überwiegend in Flussnähe, Auwäldern und Moorlandschaften vor. Sie hat einen Rückenschild, der bei den Männchen ganz und bei den weiblichen Zecken teilweise bunt marmoriert ist. Gefürchtet ist die Auwaldzecke als Überträger der Babesiose, auch „Hundemalaria“ genannt. Ursprünglich im südlicheren Europa beheimatet, hat sich das Verbreitungsgebiet der Auwaldzecke seit rund vier Jahrzehnten nach Norden ausgedehnt. In Deutschland kam sie zunächst an Oberrhein und Elbe vor. Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland vereinzelte Populationen.

Foto einer Auwaldzecke (Dermacentor-reticulatus)

Die Braunen Hundezecke

Der Körper der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) ist birnenförmig und rotbraun mit gelbbraunen Beinen. Diese Zeckenart stammt eigentlich aus Afrika, lebt aber auch in warmen, südeuropäischen Ländern. Seit einigen Jahren wird die Braune Hundezecke immer häufiger in Deutschland gesichtet. Der Grund: Urlauber schleppen sie mit ihren Hunden ein. Besonderes Problem ist dabei, dass die Braune Hundezecke in beheizten Räumen ganzjährig überleben und somit auch in unseren Breitengraden vorkommen kann. Daher ist ein lückenloser Zeckenschutz gerade bei Reisen mit dem Hund unerlässlich, damit die Braune Hundezecke erst gar nicht bei uns eingeschleppt wird. Die Braune Hundezecke kann, wie der Name schon sagt, vor allem für Hunde gefährlich werden. Sie überträgt Krankheiten wie die Babesiose oder die Ehrlichiose.

Foto einer Braunen Hundezecke (Rhipicephalus-sanguineus)