Ein Hund um Wald. Vorsicht: hier lauern Zecken.

So schützen Sie Ihren Hund optimal vor Zecken

Kaum wärmt die Sonne Wald und Wiesen, erwacht das gefährlichste Tier Deutschlands zu neuem Leben. Es ist Zeckenzeit. Für Hundehalter kann es beim täglichen Spaziergang in der Natur nun leicht zur Konfrontation mit den Blutsaugern kommen. Die Folgen sind nicht nur unangenehm, sondern mitunter gesundheitsgefährdend. Denn Zecken werden nicht allein wegen ihres spinnenhaften Äußeren gefürchtet, sondern vor allem weil sie schwere Krankheiten auf Hund und Herrchen übertragen. Deshalb gilt es, sich und sein Tier vor Angriffen aus dem Unterholz effektiv zu schützen.

Drei Maßnahmen für belastbaren Zeckenschutz

Ein belastbarer Zeckenschutz ist gerade für Hunde unerlässlich, denn sie halten sich nicht an befestigte Waldwege und streunen gerne über Wiesen, durch Büsche und Hecken. So werden sie viel häufiger Opfer von Zecken, die hier auf den nächsten Warmblüter lauern, der an ihnen vorbeistreift. Blitzschnell krallen sie sich am Hundefell fest und suchen eine geeignete Einstichstelle. Zu den Krankheiten, die sie übertragen können, gehören Anaplasmose, Babesiose, FSME und – besonders häufig – die Borreliose.
Der Bundesverband praktizierender Tierärzte rät deshalb zu drei Maßnahmen:

  1. Halter sollten ihren Hund täglich nach Zecken absuchen und diese zeitnah entfernen. Einige Krankheitserreger werden erst Stunden nach dem Einstich aus dem Zeckendarm in den Körper des Opfers gespült. Das mechanische Entfernen bietet daher einen gewissen, jedoch keinen verlässlichen Schutz.
  2. Deshalb ist die Anwendung eines Zeckenschutzmittels angeraten. Dieses gibt es als Spot-on-Präparat zum Aufträufeln im Hundenacken, als Spray oder Kautabletten. Wichtig ist es, die Mittel regelmäßig anzuwenden.
  3. Kombiniert mit der Borreliose-Impfung hat man den bestmöglichen Schutz.

Borreliose – unterschätzte Gefahr für Hunde

Die Borreliose-Impfung kommt im Kampf gegen Zecken-übertragene Krankheiten immer häufiger zum Einsatz. Und das nicht ohne Grund: im Schnitt trägt jede dritte Zecke in Deutschland Borreliose-Erreger in sich – unabhängig davon, ob auf ländlichen oder städtischen Grünflächen. Die Anzeichen einer Erkrankung sind mit Fieber, Appetitlosigkeit und vergrößerten Lymphknoten eher unspezifisch. Teilweise kommt es erst Wochen bis Monate nach Ansteckung zu geschwollenen Gelenken und Lähmungserscheinungen beim Hund. Insbesondere bei einem schleichenden Verlauf ist die Diagnose nicht einfach. Und: Selbst nach einer Behandlung mit Antibiotika sind dauerhafte Schäden möglich.

Hartnäckig halten sich jedoch Irrtümer gegenüber der Borreliose-Impfung. So kursiert die Behauptung, die Impfung schütze nicht vor den Erregern, die in Deutschland vorkommen. Das ist nicht der Fall. Mit der Impfung ist inzwischen eine breite Schutzwirkung vor drei der hiesigen Borreliose-Erreger möglich. Zwar zirkulieren in der Natur noch weitere Stämme, doch konnte für sie bislang keine krank machende Wirkung auf den Hund nachgewiesen werden.

Die Impfung kann ab einem Alter von 12 Wochen eingesetzt werden und sollte möglichst frühzeitig erfolgen. Nach der Grundimmunisierung im Welpenalter ist einmal jährlich eine Wiederholungsimpfung nötig, um einen andauernden Schutz zu gewährleisten.

Umfrage zum Zeckenschutz beim Hund

Zu welchen Maßnahmen Hundehalter greifen, um ihren Hund vor Zecken zu schützen, versucht aktuell der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V. mit einer Umfrage in Erfahrung zu bringen. Teilnehmen können alle volljährigen Hundebesitzer bis zum 15. Mai beim VDH.